Im Atelier hören wir eine Frage öfter als jede andere: Warum 14K Goldgefüllt und nicht einfach vergoldet? Beides sieht am ersten Tag gleich aus. Der Unterschied liegt nicht in der Farbe, sondern in der Schicht.
Vergoldet heißt: Ein Stück Messing bekommt im Bad eine hauchdünne Goldhaut, in der Regel einen halben bis zweieinhalb Tausendstel Millimeter. Das ist weniger als ein Zehntel eines Haares. Diese Haut sitzt dort, wo die Kette reibt, nur wenige Monate: am Verschluss, an den Kanten, an der Stelle, wo der Anhänger gleitet.
Goldgefüllt heißt: Eine Schicht aus 14-karätigem Gold wird unter Hitze und Druck fest mit dem Kern verbunden. Nach dem Standard der US-Handelsbehörde FTC, an dem sich die Branche weltweit orientiert, macht sie mindestens ein Zwanzigstel des Gesamtgewichts aus, also fünf Prozent. Das ist um ein Vielfaches mehr Gold als bei einer üblichen Vergoldung. Die Schicht wird nicht aufgetragen, sie wird aufgewalzt.
Drei Wege zu einer goldenen Kette
Vergoldung wird in Mikrometern gemessen, Goldgefüllt in Prozent des Gewichts, Massivgold in Karat. Im Atelier arbeiten wir mit der Mitte: 14K Goldgefüllt, weil es den Goldton über Jahre hält und trotzdem bezahlbar bleibt.
„Eine Vergoldung ist ein Versprechen für den ersten Sommer. Eine Goldfüllung ist eines für viele Sommer.“
I. Goldgefüllt oder vergoldet: zwei Querschnitte, ein Unterschied.
Beide Ketten haben einen Kern aus Messing, das ist kein Geheimnis und kein Mangel. Messing ist stabil, lässt sich fein ziehen und macht die Kette bezahlbar. Der Unterschied ist die Haut darüber. Bei der Vergoldung ist sie so dünn, dass jede Berührung mit Haut, Stoff und Verschluss Gold abträgt, Atom für Atom. Nach einem Winter unter dem Pullover schaut an den Kanten das Messing hervor.
Bei Goldgefüllt liegt so viel Gold auf dem Kern, dass Reibung den Farbton nicht erreicht. Die Schicht kann matter werden und feine Kratzer bekommen. Bei normalem Tragen hält sie aber über Jahre und bleibt golden. Deshalb sagen wir im Atelier nie „vergoldet“, wenn wir Goldgefüllt meinen. Es sind zwei verschiedene Materialien.
II. Was 14K in der Schicht bedeutet.
Die Goldschicht unserer Ketten ist 14-karätig, also 585 Tausendstel Gold. Der Rest der Legierung sind Silber und Kupfer. Reines Gold wäre zu weich für eine Kette, die täglich getragen wird. 14K ist der Punkt, an dem der Ton noch warm ist und die Schicht hart genug für den Alltag.
Das erklärt auch, warum 14K Goldgefüllt nicht so gelb ist wie ein 24-karätiger Barren. Der Ton ist ruhiger, etwas heller, und er passt zu den Steinen, die wir fassen: zum Violett des Amethysts, zum hellen Blau des Aquamarins, zum Weiß der Süßwasserperle.
585 ist kein Kompromiss. Die Schicht hat denselben Goldgehalt wie viele Trauringe.
Goldanteil nach Karat
Karat teilt den Goldanteil in 24 Stufen: 24K ist reines Gold, 14K sind 14 von 24 Teilen. Als Legierung heißt das 585, also 58,5 Prozent Gold. Die Schicht unserer goldgefüllten Ketten hat genau diesen Anteil.
III. Was die Schicht im Alltag aushält.
Reibung an Verschluss und Kanten
Dieselbe Bewegung, dieselben Stellen: Bei einer Vergoldung liegt nach Monaten der Kern frei. Bei 14K Goldgefüllt wird die Schicht mit den Jahren nur weicher im Glanz.
Reibung ist der stille Gegner jeder Kette. Der Anhänger gleitet über die Glieder, der Verschluss dreht sich am Nacken, der Kragen scheuert. Eine Vergoldung verliert an genau diesen Stellen zuerst. Goldgefüllt hält dort, weil die Schicht dick genug ist, um Reibung über Jahre zu verkraften.
Unsere Ketten sind wasserfest, in Silber wie in Gold. Du kannst sie beim Händewaschen und unter der Dusche tragen. Perle und Malachit legst du vorher ab. Nach Meer und Pool spülst du sie mit klarem Wasser ab und trocknest sie, weil Salz und Chlor auf Dauer viele Metalle angreifen. Parfüm und Creme kommen zuerst auf die Haut, die Kette danach.
Auch der Preis ist ehrlich: Dieselbe Kette kostet in 14K Goldgefüllt 30 € mehr als in Sterlingsilber 925, bei 45 cm Länge ab 149 € statt ab 119 €. Das ist der Preis für die Goldschicht, nicht für den Namen.
IV. Zahlen, die du auf keinem Etikett findest.
Preis derselben Kette im Atelier
Goldschicht im Vergleich
0,5 bis 2,5 µm
Vergoldet
Reibt sich an Kanten und Verschluss ab
2,5 µm
Vermeil
Vergoldung auf Silber, dicker, aber weiter eine Auflage
5 %
14K Goldgefüllt
Aufgewalzte 585er Goldschicht, unser Standard
Warum es im Atelier nicht egal ist
Vier Dinge, die wir beim Gold nicht verhandeln.
01
14K Goldgefüllt, nie vergoldet.
Jede goldene Kette bei uns trägt eine aufgewalzte 585er Schicht. Vergoldet nennen wir sie nie, weil sie es nicht ist.
02
Sterlingsilber 925 als zweite Wahl.
Wer Silber lieber mag, bekommt dasselbe Stück in 925er Silber. Gleiche Kette, gleicher Stein, bei 45 cm 30 € günstiger.
03
Wasserfest in beiden Metallen.
Händewaschen, Duschen, Regen: kein Problem. Nach Salz und Chlor abspülen, dann hält der Ton.
04
Offen deklariert.
Auf jeder Produktseite steht, was du bekommst: Metall, Steinbehandlung, Herkunft. Nichts davon ist Kleingedrucktes.
Wenn du das nächste Mal eine goldene Kette in der Hand hältst, drehe den Verschluss zwischen den Fingern und schau dir die Kanten an. Dort entscheidet sich, ob ein Stück Gold trägt oder nur Gold zeigt.
Vergoldet ist eine Farbe. Goldgefüllt ist ein Material.
— Carola
Alle Ketten gibt es in Sterlingsilber 925 und 14K Goldgefüllt.
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