Eine Perle ist eines der wenigen Schmuckstücke, die ein Tier selbst baut. Sie wächst in einer lebenden Muschel, Schicht um Schicht, über Jahre. Und doch ist „AAAA“ kein Naturgesetz, sondern eine Skala aus dem Handel. Was sie misst, lässt sich lernen.
Perlmutt besteht aus mikroskopisch dünnen Plättchen aus Aragonit, einer Kristallform von Calciumcarbonat, verbunden durch das Eiweiß Conchiolin. Jedes Plättchen ist etwa einen halben Mikrometer dick, so dünn wie eine Wellenlänge grünen Lichts. Genau deshalb glänzt eine Perle nicht wie poliertes Metall, sondern von innen: Das Licht wird an vielen Schichten zurückgeworfen, leicht versetzt, und überlagert sich zu einem weichen Schimmer.
Die Perlen in unserer Perla Kollektion sind echte Süßwasser-Zuchtperlen, als Herz, Stern und Mondsichel gewachsen, circa 8 bis 10 mm groß. Jede wird in unserem Atelier in Deutschland durchbohrt und von Hand auf die Kette gefädelt. Bei Herz, Stern und Mond gibt es keine Fassung, keine Öse und keinen Faden mit Knoten: Die Perle gleitet direkt auf der Kette. Die ovale Perle hängt an einem Kopfstift mit von Hand gewickelter Öse.
Woraus eine Perle besteht
Aragonit ist das gleiche Material wie die Muschelschale. Conchiolin hält die Plättchen zusammen. Mit einer Mohshärte von 2,5 bis 4,5 ist Perlmutt weicher als fast jeder Edelstein in der Signature Kollektion.
„Eine Perle zeigt dir ihr Alter nicht in Ringen, sondern im Glanz. Je mehr Schichten, desto tiefer das Licht.“
I. Wie eine Süßwasserperle wächst.
Eine Muschel legt Perlmutt um alles, was sie reizt. Bei der Zucht setzt man ihr einen Kern ein, bei Süßwassermuscheln oft nur ein Stück Mantelgewebe, bei geformten Perlen einen Kern aus Muschelschale, der die Form vorgibt. Der Stern unserer Perle Stern Kette ist so entstanden: ein sternförmiger Kern, darüber Jahr für Jahr Perlmutt, bis die Spitzen weich und rund überzogen sind.
Das Herz und die Mondsichel wachsen nach demselben Prinzip. Deshalb gleicht kein Herz dem anderen: Die Muschel hält sich nicht an die Vorlage, sie legt mal mehr, mal weniger auf. Genau diese kleinen Abweichungen unterscheiden eine gewachsene Perle von einer gepressten Perlmuttform.
II. Die vier Kriterien der Bewertung.
Lüster ist das erste und wichtigste Kriterium: Wie klar spiegelt sich Licht auf der Perle? Hochwertige Perlen zeigen ein scharfes Spiegelbild, schwache einen milchigen Schleier. Der Lüster kommt von dünnen, gleichmäßigen Schichten und ist mit bloßem Auge zu sehen, wenn man die Perle unter eine Lampe hält.
Oberfläche heißt: Wie viele Flecken, Grübchen und Wachstumsringe trägt die Perle? Kleine Unregelmäßigkeiten sind natürlich und bei einer gewachsenen Form unvermeidbar. Kreidige Stellen oder Absplitterungen sind es nicht. Form beschreibt, wie nah die Perle an der gewünschten Gestalt ist, bei uns also: Ist das Herz ein Herz, hat der Stern fünf klare Spitzen?
Perlmuttdicke ist das Kriterium, das man nicht sieht, aber fühlt: Dünnes Perlmutt wirkt glasig und bricht am Bohrloch. Dickes Perlmutt trägt Jahre.
Warum Perlmutt von innen glänzt
Licht dringt in die obersten Schichten ein und wird an jeder Grenzfläche teilweise zurückgeworfen. Die vielen leicht versetzten Reflexe ergeben den Lüster. Je dünner und gleichmäßiger die Schichten, desto klarer das Spiegelbild.
III. Was A, AA, AAA und AAAA bedeuten.
Süßwasser, Akoya, Südsee
6 bis 9 mm
Akoya · Japan, Salzwasser
Klassische runde Perle, immer mit Kern
8 bis 10 mm
Süßwasser · Flussmuschel
Unsere Perlen: Herz, Stern, Mond, gewachsen über geformtem Kern
9 bis 20 mm
Südsee · Australien, Salzwasser
Große, teure Perlen, lange Wachstumszeit
Die drei großen Perlenarten unterscheiden sich in Muschel, Wasser und Größe. Süßwasserperlen wachsen in Flussmuscheln und erlauben geformte Kerne, deshalb gibt es sie als Herz, Stern und Mond.
Die Buchstabenskala stammt aus dem Perlenhandel. Sie ist verbreitet, aber nicht genormt: Was ein Händler AAA nennt, nennt ein anderer AA. Grob gilt: A hat sichtbare Flecken und wenig Lüster, AA einen ordentlichen Glanz mit kleinen Fehlern, AAA einen klaren Spiegel und nahezu saubere Oberfläche, AAAA gibt es nur für die wenigen Perlen einer Ernte, die in allen vier Kriterien oben liegen.
Im Atelier arbeiten wir nicht mit Buchstaben, sondern mit dem Licht. Jede Perle wird unter der Lampe gedreht, von vorn und von der Seite. Was einen milchigen Schleier hat, ein Loch neben dem Bohrloch oder eine stumpfe Spitze, kommt nicht auf die Kette. Was bleibt, hat den Glanz, den man einer Süßwasserperle ansieht, ohne die Skala zu kennen.
Woran du selbst prüfst: Halte die Perle ins Tageslicht und suche dein Spiegelbild. Fahre mit dem Fingernagel über die Oberfläche, echtes Perlmutt fühlt sich leicht rau an, Glas und Kunststoff glatt. Und schau ans Bohrloch: Bei dünnem Perlmutt siehst du dort den Kern.
IV. Zahlen, die eine Perle beschreiben.
Härte und Größe im Vergleich
Die vier Kriterien
1
Lüster
Scharfes Spiegelbild statt milchigem Schleier
2
Oberfläche
Wenige Grübchen, keine kreidigen Stellen
3
Form
Herz, Stern und Mond klar erkennbar
4
Perlmuttdicke
Kein Kern am Bohrloch sichtbar
Warum es im Atelier nicht egal ist
Vier Dinge, die wir bei Perlen versprechen.
01
Echte Süßwasserperlen.
Keine Glasperle, kein Kunststoff, kein Überzug. Jede Perle wird in unserem Atelier in Deutschland von Hand auf die Kette gefädelt.
02
Von Hand aufgefädelt.
Herz, Stern und Mond sind durchbohrt und gleiten direkt auf der Kette, ohne Öse und ohne Fassung, die den Glanz verdeckt.
03
Kette wasserfest, Perle trocken.
Sterlingsilber 925 und 14K Goldgefüllt halten Wasser aus. Die Perle selbst hält man von Parfüm, Creme und langem Baden fern, die Pflege der Kette bleibt einfach.
04
Ein Geburtsstein zum Anfassen.
Die Perle ist der Geburtsstein des Monats Juni und überliefert das Zeichen der Perlenhochzeit nach dreißig Jahren.
Wenn du das nächste Mal eine Perle ins Licht hältst, suche nicht die Buchstaben. Suche dein Spiegelbild. Wenn es klar ist, hat die Muschel gute Arbeit geleistet, und wir haben richtig ausgewählt.
Eine Perle ist Geduld, die man um den Hals trägt.
— Carola
Herz, Stern und Mond gibt es in Sterlingsilber 925 und 14K Goldgefüllt.
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